Mentale Autobahnen

11. Juni 2019 0 Von Sonia01041974
Ein Highway in den USA

Über Himmelfahrt unternahmen meine Freundin und ich einen Road-Trip. Wir sind aus dem Norden Deutschlands bis an die Tschechische Grenze gefahren, dann nach Stuttgart und wieder zurück. Insgesamt haben wir an die 1400 km zurückgelegt. Mittlerweile habe ich auch ein Auto, mit dem ich auch ab und an auf der linken Spur bleiben kann. 🙂 Nichts desto trotz gab (und gibt) es immer genügend Fahrzeuge, die bei den Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung , die PS des Motors bis zum letzten ausfahren… Als ich dann immer wieder die Spuren wechselte, wurde mir schlagartig etwas klar, was durchaus typisch für Deutschland ist- Es gibt eine klare Aufteilung: langsam, mittel und schnell Damit Du „besser“ werden kannst, z.B. jemanden überholen kannst, musst Du zwangsläufig die Spur wechseln. Es bedeutet, dass Du Dich nicht nur auf Deine Auto konzentrierst, Gas gibst und einfach schneller fährst. Nein, Du musst sowohl auf die (langsamen) Fahrzeuge vor Dir achten, als auch auf die schnelleren neben Dir. Erst wenn es neben Dir eine Lücke gibt, Du genügend Tempo zum Überholen hast, erst dann kannst Du die Spur wechseln.

Wie ist es hingegen in Amerika? Dort entscheidest Du Dich für eine Spur und fährst. Manchmal überholst Du dann Fahrzeuge links oder rechts vor Dir. Allerdings liegt Dein Hauptaugenmerk auf Deinem Fahrzeug und auf Deiner Spur. Ebenso machen es alle anderen. Es ist quasi eine Nebeneinander.

Bei dieser Erkenntnis fiel es mir wie Schuppen von den Augen- unsere Autobahnen entsprechen zum Teil unseren mentalen Haltungen! Nach wie vor sind Missgunst oder auch Neid Teil unseres Denkens. Wenn z.B. jemand zu viel Geld kommt, hörst Du Kommentare wie „Na, ob das alles mit rechten Dingen zugegangen ist!?“ Letztens habe ich mal wieder eine Barkassenrundfahrt gemacht und auch dort sprach der Kapitän (bzw. derjenige mit dem Mikrofon) ziemlich geringschätzig und abwertend von den „reichen Pfeffersäcken“, die ein teures Haus im Treppenviertel haben und den ganzen Tag vermeintlich nichts machen…

Natürlich gibt es zu Amerika sehr unterschiedliche Meinungen, und auch ich heiße Vieles nicht gut… Bezüglich wertschätzend über den Erfolg einer Person zu sprechen oder sich für jemanden freuen, der „es“ (was auch immer „es“ inkludiert) geschafft hat, da können wir uns schon noch die eine oder andere Scheibe abschneiden.

Somit stellt sich mir die Frage bzw. ich stelle sie Dir: Wie steht es denn um Deine mentalen Autobahnen? Was sind Deine ersten Gedanken, wenn jemand anderes Erfolg hat? Wie sprichst Du über den Wohlstand anderer Menschen?

Wenn ich jetzt noch an das „law of attraction“ denke, nimmt alles ein noch umfassenderes Ausmaß an…

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Talmud

In diesem Sinne… Deine Sonia